Podcast

Ups, jetzt sind schon drei Folgen draußen und da fällt mir erst auf, dass ich hier im Blog noch gar nicht angekündigt habe, dass ich am Anfang des Jahres (2012) einen Literaturpodcast mit “nerdlichem Erfahrungshintergrund” gestartet habe:

Spoiler Alert

Logo des Podcasts "Spoiler Alert"Spoiler Alert ist ein Literaturpodcast “mit nerdlichem Erfahrungshintergrund”. Wir besprechen Bücher, die meist in Literatursendungen nicht besprochen werden, und die Teil dessen sind, was man im weitesten Sinne als Nerdkultur bezeichnen kann. Weil dies in der Regel Bücher sind, die man mit Freuden mehrmals lesen kann (und weil wir uns eh nicht zurückhalten können), werden hier keinerlei Rücksicht auf Spoiler genommen. Hence the title.

Letzte Folgen:

Titel Dauer

Fluchen – Fry von der Leber weg

Ich hätte heute den ganzen (Arbeits)Tag vor mich hinfluchen können (und habe es zu einem gewissen Grad auch getan… Sorry, Kolleg_innen). Aus diesem Anlass muss ich mal wieder mein Stephen Fry Fanboytum ausleben: “Stephen Fry on swearing”
[youtube=https://www.youtube.com/watch?v=s_osQvkeNRM]

Ein einfaches Schaubild

Ein kurzes Schmankerl von einer Tagung zum Thema Teilhabeforschung, auf der ich im Oktober war:

Dies hier ist laut dem von mir sehr geschätzten Prof. Feuser ein “einfaches Schaubild”:

Eine komplizierte Grafik

"Ein einfaches Schaubild"

Interessanterweise ist es tatsächlich die überschaubarste Grafik seines Vortrages, der im Übrigen hervorragend war. Besonders begeistert war ich davon, wie er im Rahmen eines behindertenpädagogischen Vortrages mal kurz im Vorbeigehen die These “Universitäten sind Sonderschulen” in den Raum stellte und kurz und überzeugend begründete, ohne dass das Thema seines Vortrages aus der Sicht geriet.


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Frau Schröder & das Projekt “Demokratie stärken – Linksextremismus verhindern”

Hier an der Uni flattern Broschüren rein, die von der Zeitbild Wissen – Stiftung erstellt wurden und vom Familienministerium
finanziert wurden. Titel: “Demokratie stärken – Linksextremismus verhindern”

Vorwort v. Frau Köhler

Vorwort v. Frau Köhler

Das ganze dient als Unterrichtsmaterialien für Lehrerinnen und Lehrer, und wird von Ministerin Schröder im Vorwort sehr schön eingeleitet:

Extremisten bieten scheinbar einfache Antworten und schnelle Lösungen – auf Kosten unserer demokratischen Werte und unserer rechts-staatlichen Grundprinzipien. Linksextreme Positionen wurden in diesem Zusammenhang bisher zu wenig beachtet.

Interessant finde ich, dass schon auf dem Cover neben schon etwas betagteren Parolen wie “Macht kaputt, was euch kaputt macht.” und
“Keine Macht für niemand” auch ein Graffiti mit Kamera und “Stop Control” angebracht ist. Gegen Überwachung zu sein scheint also auf linksextreme Gesinnung hinzuweisen.

Lest Euch das mal durch, ich prophezeie, dass Ihr es amüsant/widerlich finden werdet.

Da finden sich feine Zitate wie:

“Linksextremistische Gewalt Die Zahl linksextremistischer Gewalttaten steigt seit 2002 stetig an und richtet sich zunehmend gegen die Personen, die das staatliche Gewaltmonopol beruflich verteidigen müssen – die Polizeibeamten.”

Mein persönlicher Favorit sind die didaktischen Hinweise und Tipps am Ende, die die Lehrer_innen mit ihren Klassen verwenden sollen. Z.B. das Rollenspiel zum Thema Hausbesetzung “Mein Haus, dein Haus” und die nicht im geringsten suggestive Arbeitsaufgabe:

Diskutiert in der Gruppe, ob es gerecht ist, dass ein Zehntel der Bevölkerung über 50 Prozent des Steueraufkommens leistet.

Das PDF-File gibt’s hier: http://www.zeitbild-stiftung.de/demokratie_starken_linksextremismus_verhindern.html


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Partizipationsmodell

Als Daniel Franz und ich unser Lehrangebot für dieses Wintersemester geplant haben, haben wir darüber lamentiert, dass sowohl die Schaubilder in Rainer Wendts Lebenslagenkonzept (1), als auch in Bartelheimers Darstellung von Sens Capability-Ansatz (2) relativ schwer verständlich sind.

Dann habe ich (wie üblich, wenn Daniel und ich etwas entwickeln) ein wenig auf dem Flipchart rumgekritzelt, Daniel und ich haben ein paar Assoziationen hin und hergeworfen (z.B. ICF (3)) und das hier ist dabei rausgekommen.
Partizipationsmodell von Stefan Thesing und Daniel Franz
Mit der Zuordnung von ICF-Begriffen bin ich noch nicht 100%ig glücklich. Vor allem die Funktionen und Strukturen mit den Individuellen Bedingungen gleichzusetzen halte ich für problematisch. Aber grundsätzlich gehören sie da unten hin.

@Daniel: Ich habe den Bereich “Aktivitäten und Partizipation” aus der ICF nochmals unterteilt, weil sich dieser Bereich m.E. tatsächlich über den gesamten Bereich von Verwirklichungschancen erstreckt, wobei ich die Aktivitäten näher beim Individuum sehe (auch wenn Sie natürlich gesellschaftlich vermittelt sind) und die Partizipation näher an den Handlungsspielräumen.

(1) Wendt, Wolf Rainer (1988). “Das Konzept der Lebenslage”. Seine Bedeutung für die Praxis und der Sozialarbeit. In: Blätter der Wohlfahrtspflege 4, S. 79–83.
(2) Bartelheimer, Peter (2007). “Politik der Teilhabe”. Ein soziologischer Beipackzettel. In: Arbeitspapiere zum Fachforum Gesellschaftliche Integration 1, S. 1–31.
(3) ICF http://www.dimdi.de/dynamic/de/klassi/downloadcenter/icf/endfassung/icf_endfassung-2005-10-01.pdf


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Nicht die Rating-Agenturen, sondern die Banken

Seit mit der Euro-Krise Griechenlandkrise EU-Schuldenkrise Fortsetzung der 2008er-Finanzkrise mehr und mehr Menschen verstehen wie das System der Rating-Agenturen funktioniert (Leseempfehlung: Nachdenkseiten: “Ratingagenturen – ein zutiefst korruptes System“), stellen sie fest, dass hier ein paar wenige private Unternehmen massiven Einfluss auf nationale und internationale Politik haben. Ich höre immer wieder in meinem Umfeld Aussagen wie “Es kann doch nicht angehen, dass Körperschaften, die niemand gewählt hat, niemandem gegenüber rechenschaftspflichtig sind, so viel Macht über das Leben so vieler Menschen haben können!”

So richtig die Einschätzung ist, dass das nicht angehen kann, entsteht das Problem meines Erachtens schon einen Schritt vorher. Warum haben Ratingagenturen diesen Einfluss? Wer gibt ihnen diese Macht? Antwort: Die Banken/große Finanzmarktakteure, die sich nach ihren Empfehlungen richten. Das Handeln der Ratingagenturen ist nur deshalb so relevant für nationale und internationale Politik, weil das Handeln der Banken so relevant für nationale und internationale Politik ist.

Das Problem entsteht meines Erachtens nicht an der Stelle des Systems, an der die Ratingagenturen ihre Macht erhalten, sondern schon vorher, an der Stelle, an der die Banken/großen Finanzmarktakteure ihre Macht erhalten. Und dann lässt sich auch gerne nochmals der Satz wiederholen: “Es kann doch nicht angehen, dass Körperschaften, die niemand gewählt hat, niemandem gegenüber rechenschaftspflichtig sind, so viel Macht über das Leben so vieler Menschen haben können!”

Ein erster Schritt zur Rückgewinnung dieser Macht in die Hände des Souveräns ist das Konzept, das (wenn ernst gemeint) den Neoliberalen Gänsehaut bereitet: “Finanzmarktregulierung”.


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Stephen Fry über das Leben, das Universum und den ganzen Rest…

Sehr sehenswertes Interview mit Stephen Fry über seine Kindheit, sein Weg zur Comedy, seine Erkrankung mit bipolarer affektiver Störung (Manische Depression), warum man fast alle Fragen des Lebens mit Star Trek erklären kann, und warum Douglas Adams ausgerechnet die 42 als DIE ANTWORT gewählt hat:


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Gysi und Ströbele zur Panzerlieferung an Saudi-Arabien

Gysis Wortbeitrag zur Anfrage bzgl. der Panzerlieferung an Saudi-Arabien:

Die Position der Bundesregierung zu der Thematik lässt sich mit: “Kein Kommentar, ist geheim!” zusammenfassen. Dazu hat Ströbele dann noch in einer Kurzintervention etwas zu sagen:

Wer sich auch noch für die restlichen Redebeiträge zu dem Thema interessiert: hier gibt es die Übersicht, hier den gesamten Tagesordnungspunkt als ein zusammenhängendes Video.

Update:
Der Einwand von Ströbele, das die Geheimhaltung ja durch die Bundesregierung verhängt ist, und von der Kanzlerin aufgehoben werden kann, um den Bundestag zu informieren, war offensichtlich auch Thema der Bundespressekonferenz. Laut Augen geradeaus hat Steffen Seibert dort jedoch verkündet, dass man auch nicht Stellung dazu beziehen könne, ob dieser Einwand stimme, da dies in der Geschäftsordnung des Sicherheitsrats geregelt sei, und die wiederum sei geheim. Weshalb “Augen geradeaus” auch zum Titel “Ob’s geheim ist, bleibt geheim.” kommt.